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03. August 1984: Die erste E-Mail in Deutschland wird empfangen

Über den Tag der ersten E-Mail in Deutschland kann man sich streiten: Laura Breeden versandte am 02.08.1984 um 12.21 Uhr in Massachusetts eine Nachricht an Michael Rotert, die beim Empfänger aber erst einen Tag später, am 03.08.1984 um 10.14 Uhr in Karlsruhe ankam. Wie kann das sein?
netzorange feiert den 32. Jahrestag der Ankunft der ersten E-Mail auf einem eigenständigen deutschlandweit verfügbaren Mailserver. Im Folgenden haben wir für Sie die Geschichte zusammengetragen.

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Erster deutscher Mailserver an der Universität Karlsruhe

Michael Rotert, geboren 1950, war in den 80er Jahren wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Telematik der Universität Karlsruhe. Er betreute das Rechenzentrum der Fakultät Informatik, wo er den ersten Mailserver Deutschlands einrichtete. Im Keller, auf einem VAX 11/750 mit dem Unix-Betriebssystem BSD.

1983 war vom Leiter der Informatik-Rechnerabteilung Werner Zorn ein Projekt gestartet worden, das den Anschluss an internationale Netze zum Ziel hatte. Das amerikanische Computer Science Network CSNET, gegründet 1981, war ein Zusammenschluss mehrerer Hochschulen in den USA. Deutschland war mit Israel das erste Land, das 1984 an das Netz angeschlossen war.

Versand von E-Mails kostete früher Geld

Die erste E-Mail, die an „rotert@germany“ adressiert war und in Kopie an „zorn@germany“ ging, hatte folgenden Betreff: „Wilkomen in CSNET!“ Unter den weiterführenden Informationen am Ende dieses Artikels können Sie die komplette Begrüßungs-Mail des CSNET nachlesen.
Der Aufbau der E-Mail mit Header und Body ähnelte schon stark denen, die wir heute tagtäglich verschicken. Ein entscheidender Unterschied bestand allerdings darin, dass das Versenden sowie das Empfangen zu der Zeit noch mit Kosten verbunden war. Pro Din A4 Seite waren umgerechnet 20 Cent fällig.

Auch im Hinblick auf die Übertragungsgeschwindigkeit gab es noch große Unterschiede: Standleitungen waren damals viel zu teuer. E-Mails wurden nicht sofort verschickt, sondern auf dem Mailserver gesammelt. Zu einer bestimmten Tageszeit wurde dann eine Verbindung in die USA aufgebaut, Mails wurden abgeholt und die gesammelten weggeschickt. Dadurch konnten Kosten eingespart werden.
So musste Rotert sich alle zwei bis drei Stunden einwählen und die Mails manuell abholen. Dazu kam ein Zeitzonenunterschied von 6 Stunden – das führte dazu, dass die erste E-Mail in Deutschland erst am nächsten Tag ankam.

Damals war die E-Mail noch Universitäten und Forschungseinrichtungen vorbehalten. Ab 1989 wurde das Netz dann auch für die Allgemeinheit geöffnet und die ersten kommerziellen Internet Provider in Deutschland entstanden.

Xlink: Einer der ersten kommerziellen Internet Provider in Deutschland

XLINK wurde 1984 mit der Verbindung in die USA von Werner Zorn als Universitätsprojekt ins Leben gerufen: Externes Lokales Informatik-Netz Karlsruhe. 1993 wurde aus dem Projekt das Unternehmen Xlink gegründet. Michael Rotert wurde Geschäftsführer.

Die niederländisch-amerikanische Telekommunikationsgesellschaft KPNQwest kaufte Xlink 1999. Drei Jahre später meldete KPNQwest Insolvenz an, die durch die Dotcom-Blase entstanden war.
Xlink war gemeinsam mit EUnet, welches ursprünglich ein Projekt der Universität Dortmund gewesen war, einer der ersten deutschen Internet Provider.

Wer hat die E-Mail erfunden?

Als „offizieller“ Erfinder der E-Mail gilt Ray Tomlinson. Bereits 13 Jahre vor der ersten E-Mail in Deutschland, Ende 1971, gelang es ihm, eine Nachricht über das ARPANET von einem Computer zu einem anderen zu schicken.
Vorher gab es schon die Möglichkeit, Nachrichten auf ein und demselben Computer für einen anderen Benutzer als „Mail“ zu hinterlassen. Das Programm dazu schrieb Tom van Vleck mit Noel Morris 1961, als Computer noch Großrechner waren und von mehreren Menschen genutzt wurden.

Woher kommt das @-Zeichen in E-Mail-Adressen?

Ray Tomlinson war derjenige, der das @-Zeichen wählte, um den Benutzernamen mit dem Hostnamen des Computers zu verknüpfen und so eine individuelle Adresse festzulegen, an die etwas versendet werden konnte. Warum gerade das @-Zeichen? Zum einen passte die Bedeutung des Wortes „at“ zu dem Zuordnungszweck, zum anderen war es einfach ein Zeichen, das bis dahin keine andere Verwendung in der Computersprache gefunden hatte.

Streit um die Erfindung der E-Mail

V.A. Shiva Ayyadurai, ein amerikanisch-indischer Wissenschaftler, vertritt die Ansicht, dass Tomlinson nur „electronic messaging“ erfunden hat. Die Erfindung eines „Email Systems“ beansprucht er für sich.
1978, sieben Jahre nach Tomlinson, schrieb der 14-Jährige Ayyadurai ein Programm, das Ordner für Posteingang, Postausgang, Entwürfe usw. enthielt – so wie heute unsere E-Mail Clients oder Webmailer aufgebaut sind und so wie es damals in Büros Ablagen für diese Bereiche gab. Er nannte es „EMAIL“ und registrierte es 1982 beim US Copyrights Office.

Wer hat nun die E-Mail wirklich erfunden? Ayyadurai, Tomlinson oder doch schon van Vleck und Morris?
Die Antwort dieser Frage hängt zum einen davon ab, wie man „E-Mail“ definiert. Ob als Nachricht, die man jemand anderem hinterlässt, als Nachricht, die über ein Netzwerk an einen anderen Computer gesendet wird oder als ganzes System – auf jeden Fall haben alle diese Herren einen Beitrag dazu geleistet, dass wir heutzutage über die E-Mail kommunizieren und dass sie zu einem der meistgenutzten Dienste des Internets geworden ist.

Zum anderen ist es auch kein Einzelfall in der Geschichte der Informationstechnik: Dadurch, dass die Welt noch nicht so vernetzt war wie heute, sondern gerade erst die Basis dafür geschaffen wurde, gab es weniger Austausch – es entstanden ähnliche Programme an verschiedenen Orten, sodass sich „der eine Erfinder“ nicht immer zweifelsfrei bestimmen lässt.

Die Bedeutung der E-Mail heute

Die E-Mail ist in unserer heutigen Zeit fast zur Voraussetzung geworden, um das Internet zu nutzen. So gut wie alle großen Dienste erfordern zur Anmeldung und Nutzung eine aktive E-Mail-Adresse.

Im Jahr 2016 gibt es geschätzt 2,672 Milliarden E-Mail Nutzer weltweit, die insgesamt 4,626 Milliarden aktive E-Mail Accounts haben (Email Statistics Report 2015-2019, Radicati Group). Hierunter fallen sowohl private als auch geschäftliche Nutzer.
Allein in Deutschland nutzten 81 Prozent der Bevölkerung 2015 einen E-Mail-Dienst (statista).
Weltweit werden pro Tag 215,3 Milliarden E-Mails verschickt und empfangen – rund 54 Prozent davon sind berufliche Korrespondenz.

Doch die E-Mail hat auch ihre negativen Seiten:
Das Spamaufkommen wächst in den letzten Jahren immer stärker an und führt nicht selten dazu, dass Nutzer sich Viren einfangen, wie zuletzt häufig den Verschlüsselungstrojaner Locky. Betriebsausfall, Kosten für die Wiederherstellung und Datenverlust können die Folgen sein.
Ungefährlicher Spam wie nicht angeforderte Werbemails sind wiederum unnötige Zeitfresser. Hinzu kommt, dass oft – und gerade im Berufsalltag – E-Mails zuhauf versendet werden, auch wenn sie gar nicht notwendig gewesen wären und ein kurzes Telefonat oder ein persönliches Gespräch das Hin-und-her-Schreiben ersetzt hätte.
Den Posteingang nur zu festgelegten Zeiten checken, sich aus Verteilern streichen lassen und nur so viele E-Mails versenden, wie man selbst auch bekommen möchte, kann dem E-Mail-Stress entgegenwirken.

Weiterführende Informationen zur ersten E-Mail in Deutschland:

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