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22. Juni 1910: Geburtstag von Konrad Zuse – Ein Hoch auf den Erfinder des Computers

Wir telefonieren, wir mailen, wir whatsappen, wir instagramen, wir bloggen, wir twittern – wir sind 24 Stunden online. Immer erreichbar und immer informiert. Unsere größten Sorgen: Akkuladekabel dabei? Gibt’s hier WLAN?
Ein Leben ohne Computer oder Internet kann man sich heutzutage nur schwer vorstellen und sie sind, ehrlich gesagt, auch nur sehr schwer wegzudenken.
Aber wem haben wir eigentlich diese digitalisierte Welt zu verdanken?

Logo 'Zuse-Jahr 2010'

Köln, Juni 2016 – Wer ist Konrad Zuse?

„Konrad Zuse? Noch nie gehört, wieso?“.
Eine Antwort, die mir die meisten meiner Freunde entgegenbringen, als ich sie mit diesem Herrn bekannt machen will.
„Na, Konrad Zuse, der Computerpionier, ohne den unsere WhatsApp-Unterhaltung heute Morgen gar nicht möglich gewesen wäre.“.
„Aber das war doch Bill Gates, oder!?“. „Nö.“.

Auch diese Antwort bekam ich mehr als nur einmal zu hören, sodass mir schnell klar wurde, dass Konrad Zuse noch lange nicht so bekannt ist, wie er sein sollte.
Von wem hier eigentlich die Rede ist und warum dieser Zuse noch heute alle Lebensbereiche unseres Alltags durchdringt, werden wir nun in einer kleinen Zeitreise sehen.

Berlin, Juni 1910 – Konrad Zuse wird geboren

22. Juni 1910, Berlin. Ein Genie kommt zur Welt.
Konrad Zuse wird im Jahr 1910 in Berlin geboren. Er wächst mit seiner Schwester bei seinen Eltern Maria und Emil Zuse auf. Schon im frühen Alter interessiert er sich vor allem für Kunst und für Erfindungen.
Fasziniert von Schauspielerei und Malerei wird zunächst nicht deutlich, welchen Weg er einmal einschlagen wird. So wechselt er später auch mehrmals seine Studiengänge. Er studiert Maschinenbau, dann Architektur und schließlich Bauingenieurwesen.

Horst Zuse „Mein Vater war ein Mensch, der ständig am Nachdenken war und immer wieder neue Ideen entwickelte – so auch seine Vision eines digitalen Universums und die der digitalen Computer.
Erst abends bei einem Glas Rotwein oder seinem Lieblingsgetränk, dem Hünfelder Magenlikör AHA, konnte er abschalten. Dann zeigte er seine andere Seite, zum Teil schwarzen Humor und seine Liebe zu Theater und Kunst.“

Professor Dr.-Ing. Horst Zuse

 

Wie entstand die Idee zur Erfindung des Computers?

1935 schließt Zuse sein Bauingenieurstudium ab und beginnt für die Henschel Flugzeugwerke als Statiker in Berlin zu arbeiten. Hier ist er gezwungen zu rechnen. Rechnen mit dem Kopf, Rechnen mit dem Rechenschieber. Rechnen mit Werkzeugen, mit denen viele von uns heutzutage gar nicht mehr umgehen können. So sieht sich Zuse selbst als Rechenknecht und ist zu faul, diese mühselige Arbeit weiterhin zu machen. Also überlegt er sich, wie man diese anstrengende Arbeit automatisieren könnte. Aus seiner Faulheit entsteht der geniale Gedanke einer Maschine, die für ihn rechnet.

Die Z1: Vorläufer des ersten funktionsfähigen Computers

Zuse lässt sich von seiner Idee nicht mehr abbringen. Er kündigt seinen Job bei Henschel und begibt sich zu dem Ort zurück, wo er bereits an seinen ersten kleinen Erfindungen mit dem Baukasten experimentiert hatte. Das Wohnzimmer seiner Eltern. Ein Ort, der nun zu einer Werkstatt umfunktioniert wird, um Zuses Vision zu realisieren. Seine Eltern und Freunde unterstützen ihn dabei und arbeiten teilweise bis spät in die Nacht an seiner Maschine. Sogar sein Vater, der zu dem Zeitpunkt eigentlich schon in Rente war, beginnt wieder zu arbeiten, um seinen Sohn finanziell zu unterstützen.

Nach drei Jahren stellt Zuse dann seine erste Rechenmaschine fertig – die Z1. Doch dass aus dieser Maschine irgendwann der erste funktionsfähige Computer der Welt hervorgehen wird, ahnt zu dem Zeitpunkt noch niemand.

Konrad Zuse im zweiten Weltkrieg

Mit der Z1 gibt sich Zuse allerdings noch lange nicht zufrieden. Denn die Z1 funktioniert noch nicht reibungslos und weist einige Fehler auf.

1939: Bomben fallen vom Himmel. Es herrscht Krieg. Und obwohl es in dieser Zeit um das reine Überleben geht, lässt sich Zuse vom zweiten Weltkrieg nicht aufhalten.
Er lebt in seiner ganz eigenen Welt, in der der Nationalsozialismus keine bedeutende Rolle spielt. Zwar nimmt er all diese Geschehnisse wahr und ist sogar für die Kriegsindustrie tätig, indem er Bomben mitentwickelt, setzt sich aber nicht weiter mit alldem auseinander. Er verfolgt nur zielstrebig und ehrgeizig seine Vision: die Z3.

12. Mai 1941: Präsentation der Z3

Am 12. Mai 1941 ist es dann so weit. Zuse stellt die Z3 fertig und präsentiert sie Vertretern der deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt. Erfolgreich!
Die Z3, die aus Telefonrelais besteht und binär rechnet, wird als erster funktionsfähiger Digitalrechner anerkannt. Die Grundlage für alle weiteren Maschinen, die nun in den nächsten Jahrzehnten entstehen werden, ist geschaffen. Es ist der Beginn des Computerzeitalters. Der Beginn unserer digitalisierten Welt.

Horst Zuse „Er war besessen von seiner Idee, Computer zu bauen. Er glaubte daran, dass es Menschen und Firmen gibt, die seine Maschinen bezahlen und benötigen würden.
1950 hatte er dann auch Glück, gleich dreimal: Seine Z4, der zu der Zeit einzige funktionierende Computer in Europa, wurde von der ETH Zürich gekauft. Die Firma Leitz (heute Leica Microsystems) interessierte sich für die Z5. Diese Firma hatte das Geld und zahlte den gesamten Betrag von 300.000 DM schon bei der Bestellung. Remington Rand USA bestellte über die Schweiz außerdem 30 Computer.“

Professor Dr.-Ing. Horst Zuse

 

Zuse legte den Grundstein für die Digitalisierung

Die Z1 sowie die Z3 besaßen bereits alle funktionalen Einheiten, die unsere heutigen Rechner auch besitzen. Der einzige Unterschied besteht im Grunde nur in der Geschwindigkeit. Es ist also mehr als bemerkenswert, dass dieser Mann vor fast 80 Jahren den Grundbaustein für unsere digitalisierte Welt legte.

Computer durchdringen alle unsere Lebensbereiche und sind schlichtweg nicht mehr wegzudenken. Jedes Endgerät, egal ob Handy oder Navigationsgerät, besteht aus mehreren Computern, die alle miteinander kommunizieren.

Somit schuf Zuse nicht nur die Grundlage für eine Vielzahl von technischen Geräten, sondern letztlich auch eine globale Vernetzung, die durch Computer erst möglich wurde.
Die IT-Welt ermöglicht es uns, eine Informationsgesellschaft zu sein, in der es Möglichkeiten gibt, an die vor Zuses Zeit niemals gedacht wurde. Jährliche Umsätze in der IT-Branche von mittlerweile über 80 Milliarden Euro (statista), alleine in Deutschland. Zahlreiche Arbeitsplätze oder Ausbildungen, die definitiv ohne diese Technologien gar nicht existieren würden.

Warum ist Konrad Zuse so unbekannt?

Konrad ZuseAber warum kennen nun so wenige den Mann, der die Grundlage für unsere digitalisierte Welt legte? Ganz einfach. Es herrschte Krieg, sodass ein Kontakt zu den USA oder Großbritannien nicht möglich war. Vor allem in den USA wurde parallel im Bereich Computer viel geforscht. Zu einem Austausch kam es aber eben nicht.
Zudem wird auch deutlich, dass Zuse viel mehr Erfinder als Geschäftsmann war. So hatte er nicht die Möglichkeiten, sich und sein Unternehmen, die Zuse KG, zu vermarkten und scheiterte letztlich nur als Geschäftsmann, nicht jedoch als Erfinder.

Wir telefonieren, wir mailen, wir whatsappen, wir instagramen, wir bloggen, wir twittern – wir sind 24 Stunden online. Immer erreichbar und immer informiert.
Und das alles, weil ein kreativer und ehrgeiziger Berliner einfach nur zu faul zum Rechnen war. Gott sei Dank.

Ein Hoch auf Konrad Zuse, der heute 106 Jahre alt geworden wäre!

Konrad Zuse hatte mit seiner Frau Gisela fünf Kinder. Sein ältester Sohn Horst Zuse (*1945), Dr.-Ing. auf dem Gebiet der Softwarekomplexitätsmaße, baute zum 100. Geburtstag seines Vaters die Z3 originalgetreu nach. Auf seiner Homepage finden sich unter anderem viele lesenswerte Informationen über seinen Vater, die Zuse-Rechner und die Zuse KG.

Mehr Informationen zum Computerpionier Konrad Zuse:

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