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Cloud-Dienste – US-Lösungen vs. Europäische Anbieter

Spätestens nach den NSA-Enthüllungen durch Edward Snowden war das Thema Datenschutz in der öffentlichen Debatte angekommen. Viele Endkunden und Unternehmen machen sich seitdem verstärkt Gedanken über den Schutz der eigenen digitalen Daten. Dabei spielen vor allem auch Cloud-Dienste eine wichtige Rolle. Denn häufig ist die Speicherung von Daten in der Cloud eine attraktive Alternative zum eigenen Server. Die Vorherrschaft amerikanischer Cloud-Angebote von Google, Amazon und Co. ist dabei unbestritten. Aber gerade beim Thema Datenschutz könnten sich europäische Cloud-Anbieter in Zukunft einen wirtschaftlichen Vorteil erarbeiten.

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Bedeutung des gescheiterten Safe-Harbor-Abkommens für den Datenschutz

Viele europäische Unternehmen nutzen amerikanische Cloud-Dienste für die Sicherung ihrer Daten – Google, Amazon, Microsoft und Co. verfügen durch ihre großen Marktanteile einfach über klare Wettbewerbsvorteile. Doch auf einer rechtlichen Ebene sind die US-Dienste mit Vorsicht zu genießen.

Spätestens seit dem gescheiterten Safe-Harbor-Abkommen zwischen der Europäischen Union und den USA ist klar: US-Datenverarbeitungsunternehmen können nicht den teilweise sehr strengen Datenschutzbestimmungen europäischer Mitgliedsstaaten genügen. Dies betrifft in erster Linie personenbezogene Daten, doch auch alle anderen digitalen Inhalte, die Unternehmen in einer Cloud speichern, sollten ausreichend geschützt werden.

Deutsches Recht und Cloud Computing

Vor allem in Deutschland sind die Datenschutzbestimmungen im internationalen Vergleich besonders streng. Cloud Computing ist schwer mit deutschem Gesetz vereinbar. Entscheidend ist allerdings der Standort des Cloud-Anbieters. Hat dieser seinen Sitz innerhalb der Europäischen Union, ist er unmittelbar an die hier geltenden Datenschutzbestimmungen gebunden.

Und darin besteht der mögliche Wettbewerbsvorteil von europäischen Cloud-Diensten gegenüber US-amerikanischen Anbietern. Denn das immer stärker werdende Bedürfnis einer sicheren Speicherung von Daten kann unter den gegebenen Umständen in den USA nicht gewährleistet werden.

Worauf Unternehmen bei Cloud-Diensten achten sollten

Wer seine Daten vergleichsweise sicher und datenschutzkonform sichern möchte, sollte auf den Standort des Dienstleisters achten. Außerdem sollten Unternehmen bei der Auswahl eines Cloud-Dienstes auf folgende Bedingungen bestehen:

  • Verfügbarkeit: Cloud-Dienste sollten hochgradig verfügbar sein. Diese Verfügbarkeit sollte nachweislich messbar sein.
  • Service-Level-Agreement: Beseitigungsfristen und Reaktionszeiten bei Konfliktkategorien sollten klar geregelt sein.
  • Haftungsleistung: Welche Rechtsfolgen ergeben sich aus einer nicht eingehaltenen Verfügbarkeit oder einer nicht eingehaltenen Beseitigungsfrist bei Fehlern? Auch hier sind klare Regelungen wichtig.
  • Exit-Regelungen: Es sollten klare Vereinbarungen in Bezug auf mögliche Kündigungsfristen bestehen. Gerade bei der Speicherung von Daten ist dabei auch darauf zu achten, wie im Zweifelsfall die gespeicherten Daten zurückgeführt und auf Seiten des Anbieters gelöscht werden.
  • Darüber hinaus sollten Unternehmen, die den Cloud-Dienst eines europäischen Unternehmens in Anspruch nehmen, wissen und darauf achten, dass es europäische Dienstleister gibt, die Speicherplatz auf Serverfarmen von US-Unternehmen nutzen – denn dann unterliegen die Daten nicht mehr dem deutschen Recht.

EU-Kommission plant eine europäische Cloud

Auch die Europäische Kommission beschäftigt sich mit dem Thema Cloud. So möchte EU-Digitalkommissar Günther Oettinger in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut einen eigenen europäischen Cloud-Dienst ins Leben rufen. Dieser Dienst soll sich in erster Linie an die Industrie und europäische Forschungseinrichtungen richten. Im Vordergrund steht dabei die Einhaltung europäischer Datenschutzrichtlinien.

Problem des Vorhabens: Der europäische Markt für Cloud-Dienste ist versplittert, was auch an den noch unterschiedlichen Datenschutzbestimmungen der EU-Mitgliedsstaaten liegt. Daher muss eine zentrale und einheitliche Lösung her.

Es sind bereits Details zur konkreten Umsetzung bekannt geworden. So soll die europäische Omnicloud innerhalb eines lokalen Netzes installiert werden. Mithilfe von symmetrischen Schlüsseln für jede Datei werden die Daten dann verschlüsselt, bevor sie den lokalen Rechner verlassen und in die Cloud eingespeist werden.

Cloud-Wechsel: Höherer Aufwand für mehr Sicherheit

Es wird vermutlich noch etwas Zeit ins Land ziehen, bis eine zentrale europäische Cloud zur Datensicherung unter Beachtung von strengen Datenschutzbestimmungen flächendeckend auf den Markt kommt. Bis dahin muss man als europäisches Unternehmen aber nicht unbedingt warten.

Es nicht immer einfach, bereits bestehende Cloud-Dienste zu kündigen und viele Dienste sind nicht miteinander kompatibel, was einen Umzug in ein neues Cloud-System erschwert. Der Wechsel zu einem europäischen Cloud-Anbieter bedeutet damit nicht nur einen Umzugsaufwand, sondern häufig auch höhere Kosten, um die Daten von Dienstleister A zu Dienstleister B zu transferieren. Allerdings: Der Aufwand lohnt sich. Denn nur bei Anbietern, die aus Europa oder sogar aus Deutschland stammen und die keine Server von Drittunternehmen aus den USA nutzen, kann das Bedürfnis nach einem wirklichen Schutz der Daten maximal erfüllt werden.

Entscheidungshilfe Cloud28+

Damit sich Unternehmen über die verschiedenen Leistungen von europäischen Cloud-Anbietern informieren können und vor allem, um einen Überblick über die Einhaltung von EU-Datenschutzrichtlinien zu gewinnen, gibt es den Servicekatalog Cloud28+. Dieser von Hewlett Packard Enterprise ins Leben gerufene Marktplatz beinhaltet rund 700 verschiedene Cloud-Services von rund 150 Partnern.

Die gesammelten Informationen über Infrastruktur-, Plattform- und Software-Dienste sollen mehr Transparenz in den Cloud-Markt bringen. So können Unternehmen gezielt nach Cloud-Diensten suchen, die ihren infrastrukturellen Bedürfnissen und vor allem auch ihren Sicherheitsansprüchen beikommen.
Dabei geht der Katalog Cloud28+ Hand in Hand mit dem EuroCloud Star Audit (ECSA), einer Zertifizierungsinstitution für Cloud-Dienste.

Cloud-Anbieter mit Servern in Deutschland

Vorteile Nachteile
Strato HiDrive Pro – Viele Zugriffsmöglichkeiten
– Sehr guter Datenschutz
– Kürzeste Vertragslaufzeit: 6 Monate
Trendmicro SafeSync Business – Hoher Sicherheitsstandard
– Unbegrenzte Versionierung
– Mindestlaufzeit: 1 Jahr
– Keine Windows Phone App
DriveOnWeb Business – Gute Sicherheitsbestimmungen
– Möglichkeit zur gemeinsamen Datenbearbeitung
– Anpassung an eigenes Firmen-Design
– Client nur für Windows verfügbar
Telekom Mediencenter – Hoher Datenschutz
– 25 GB kostenlos
– Keine Versionen einer Datei
– Keine Wiederherstellung gelöschter Daten
Mobilcom-debitel cloud – Gute Freigabeoptionen
– Viele Streaming-Funktionen
– Keine Wiederherstellung gelöschter Daten
– Wenig Speicherplatz
WEB.DE Cloud – Hoher Sicherheitsstandard
– Online-Office
– Schwaches Preis-Leistungs-Verhältnis
– Fester Sync-Ordner
GMX Cloud – Sichere Datenverschlüsselung
– Online-Office
– Relativ teuer
– Keine älteren Versionen einer Datei

Weitere Informationen zum Thema EU-Cloud:

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