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Gründung der gemeinnützigen Organisation Mozilla Foundation am 15. Juli 2003

Heute vor dreizehn Jahren, am 15. Juli 2003, wurde die Mozilla Foundation als Non-Profit-Organisation in Kalifornien ins Leben gerufen.
Vielen ist der Name Mozilla nur im Zusammenhang mit dem Webbrowser Firefox bekannt. Was Mozilla sonst noch macht und welches Ziel speziell die Mozilla Foundation verfolgt, wollen wir in diesem Artikel klären.

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Die Anfänge der Mozilla Foundation – Was hat Mozilla mit Netscape zu tun?

Die Mozilla Foundation entstand aus dem von Netscape im Jahr 1998 gestarteten Mozilla-Projekt.
Netscape war mit seinem Webbrowser Netscape Navigator (später Netscape Communicator) bis 1996 Marktführer gewesen. Nachdem der Navigator im Browserkrieg gegen Microsofts Internet Explorer große Marktanteile verloren hatte – Microsoft lieferte seinen Browser als erster Anbieter kostenfrei und außerdem fest integriert in sein Betriebssystem – wurde der Quelltext des Netscape Navigators unter Open-Source-Lizenz veröffentlicht, und das Programm wurde unter Aufsicht des Mozilla-Projekts neu entwickelt. Man hoffte, sich so die Kreativität von Tausenden von Programmierern zu Nutze zu machen, eine Entwickler-Community zu schaffen und damit wieder einen gefragten Webbrowser zu entwickeln.

Von Mozilla entwickelte Produkte

Mit Mozilla 1.0 erschien 2002 dann die erste Hauptversion der Websuite „Mozilla Application Suite“, die Browser, E-Mail-Programm, IRC-Client, Newsreader und HTML-Editor beinhaltete. Heute wird die Suite unter dem Namen SeaMonkey von einem kleinen Entwickler-Team weitergeführt.

Der Browser von Netscape wurde parallel zwar noch weiterentwickelt, nach Version 7.1 im Jahr 2003 aber eingestellt.

Aus der Mozilla Suite wurden schließlich das Mail-Programm Thunderbird und der Webbrowser Firefox abgezweigt, da diese als Einzelprogramme erfolgsversprechender waren. Am 9. November 2004 erschien Firefox 1.0, knapp einen Monat später Thunderbird 1.0.

Weitere Anwendungen von Mozilla

  • Gecko (Rendering-Engine, Grundlage von Firefox)
  • Lightning (Kalender-Pugin für Thunderbird)
  • Bugzilla (Bugtracker Software)
  • Firefox OS (Smartphone Betriebssystem)

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Mozilla Firefox – Marktanteile

Mit der Erscheinung von Firefox begann ein zweiter Browserkrieg. Microsoft hatte zu der Zeit fast 90 Prozent Marktanteil, ruhte sich darauf aus und entwickelte den Internet Explorer so gut wie nicht weiter. Die dadurch entstandenen Sicherheitslücken und Inkompatibilitäten führten zu Unzufriedenheit bei den Nutzern, was wiederum andere Browser, allen voran Firefox, ausnutzen konnten. Der Internet Explorer verlor kontinuierlich Anteile an Mozillas Firefox, vor allem in Europa und Deutschland.

Heute ist zwar Googles Browser Chrome – der 2008 eingeführt wurde – mit 61,73 Prozent (Juni 2016, StatCounter) der weltweit meistgenutzte Desktop-Browser vor Firefox (15,55 Prozent) und dem Internet Explorer (11,71 Prozent), in Deutschland liegt aber noch Firefox mit 37,96 Prozent vor Chrome (34,17 Prozent) und dem Internet Explorer (13,81 Prozent).

6 Dinge, die Sie über Mozilla und Firefox noch nicht wussten

1. Phoenix und Firebird:
Entwickelt wurde Mozilla Firefox unter dem Namen Phoenix, musste wegen einer Klage durch Phoenix Technologies in Mozilla Firebird geändert werden und wurde erst mit Erscheinen der Version 0.8 in den heute bekannten Firefox benannt – es gab bereits eine Datenbank, die Firebird hieß.

2. Spread Firefox:
Zum Launch von Firefox 1.0 im Jahr 2004 beteiligten sich über 10.000 Spender an einer ganzseitigen Anzeige in der New York Times sowie in der FAZ und drückten so ihre Unterstützung für die Mozilla-Mission aus.

3. Weltrekord:
Im Zuge der „Download Days“ zur Veröffentlichung von Firefox 3.0 wurde die Browsersoftware 8.002.530-mal in 24 Stunden zwischen dem 17. und 18. Juni 2008 heruntergeladen. Mozilla hält damit den Weltrekord der meisten Software-Downloads innerhalb von 24 Stunden.

4. Antarktis:
Firefox hat laut eigenen Angaben in der Antarktis einen Marktanteil von 80 Prozent.

5. Übersetzungs-Projekt:
95 Prozent der Weltbevölkerung können den Browser in der eigenen Muttersprache nutzen. Dafür sorgt eine weltweite Gemeinschaft von Freiwilligen, die Firefox in mittlerweile fast 90 Sprachen übersetzt.

6. Access Firefox:
Hierbei handelt es sich um ein Projektteam, das Nutzern mit visuellen oder motorischen Einschränkungen den Zugang zum Firefox-Browser ermöglicht.

Woher kommt der Name Mozilla?

Mozilla war ursprünglich ein firmenintern gebrauchter Name für den Netscape Navigator. Das Wort entstand in Anlehnung an Mosaic, der einer der ersten weitflächig genutzten Browser für das World Wide Web und Vorgänger des Netscape Navigator war. Mozilla soll für „Mosaic Killer“ stehen und an „Godzilla“ erinnern – daher stammt auch das ehemalige Logo mit der Echse.

Vor kurzem hat Mozilla zu einem Open-Source-Projekt zur Überarbeitung seines eigenen Corporate Design aufgerufen. Laut eigenen Angaben wissen nur 30 Prozent aller Menschen weltweit, dass Mozilla nicht nur der Hersteller von Firefox ist, sondern noch mehr macht. Dies wird auch darauf zurückgeführt, dass das momentane Logo – die Wortmarke „mozilla“ – nichts über das Unternehmen aussagt. Weitere Informationen zu diesem speziellen Open-Source-Projekt finden Sie am Ende dieses Artikels.

Aufgaben der Mozilla Foundation

Die Aufgaben der Mozilla Foundation bestehen in der Festlegung der Regeln und Ziele für die Projekte Firefox und Thunderbird, aber auch für die nicht vermarkteten Projekte wie SeaMonkey.

Die Mozilla Foundation versteht sich selbst als „gemeinnützige Organisation, gewidmet der Wahrung der Wahlmöglichkeiten und der Innovation im Internet“. Das findet sich auch in dem sogenannten „Mozilla Manifest“ wieder, in dem die Foundation ihre Prinzipien und Werte festgehalten hat.

Mozilla Manifest: Die Prinzipien der Mozilla Foundation

Das Mozilla Manifest umfasst insgesamt 10 Prinzipien, die das Ziel verfolgen, das Internet als wesentlichen Bestandteil des modernen Lebens zu einem noch besseren Ort zu machen.
Es soll für jeden offen und frei zugänglich bleiben, das Leben jedes Menschen bereichern und gleichzeitig Interessen im Sinne des Gemeinwohls sowie kommerzielle Interessen erfüllen.
Mozilla ruft dazu auf, diese Prinzipien voranzutreiben und zu unterstützen, da das Ziel nur gemeinsam erreicht werden kann.

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Unterschied Mozilla Foundation und Mozilla Corporation

Heute ist die Mozilla Foundation nur noch für die Führung der Projekte wie Firefox zuständig und legt Regeln für die Entwicklung und Vermarktung fest.
Alle anderen geschäftlichen Aufgaben wie die Weiterentwicklung, Vermarktung, Support und Sponsoring der Projekte Firefox und Thunderbird hat die Tochterfirma Mozilla Corporation übernommen, die zwei Jahre nach der Foundation als kommerzielles Unternehmen gegründet wurde.

Finanzierung der Mozilla Foundation

Als steuerbefreite Non-Profit-Organisation finanziert die Mozilla Foundation sich über Geldspenden. Die Gründung wurde über eine AOL-Spende über 2 Millionen Dollar sowie 300.000 Dollar von Mitch Kapor (Vorstandsmitglied bis 2010) finanziert.

Bis 2014 unterhielt Mozilla eine Partnerschaft zu Google – Google finanzierte bis zu 90 Prozent der Foundation, dafür war es die Standardsuchmaschine im Firefox-Browser.
Um sich unabhängiger von diesem eigentlichen Konkurrenten zu machen, wurde die Partnerschaft aufgelöst. Geldgeber sind nun u.a. andere Suchmaschinen: Yahoo (voreingestellt in USA), Bing, Yandex (Russland), Baidu (China). In den übrigen Ländern ist Google aber die voreingestellte Standardsuchmaschine geblieben.

Mozilla und die Open Source Initiative

Mozilla ist wohl einer der bekanntesten Vertreter der Open Source Bewegung und die Entwicklung von beiden ist eng miteinander verbunden.
Im Juni 2016 hat Mozilla zuletzt die SOS (Secure Open Source) Stiftung initiiert, als Teil des Mozilla Open Source Supports, um Open Source Software endlich sicherer zu machen.

Wie sieht die Zukunft von Mozilla aus?

Seit Mozilla mit dem Firefox weltweit längst nicht mehr an Konkurrenten Google herankommt, sehen viele die Zukunft der Non-Profit-Organisation auf einem absteigenden Ast.
Firefox OS, das Smartphone Betriebssystem, wird wegen zu geringer Nachfrage nicht weiterentwickelt und die Abspaltung von Thunderbird zugunsten Firefox steht wieder in der Diskussion.

Dafür plant das Unternehmen aber neue Projekte, im Zuge eines großen Innovationsprozesses in Richtung Internet of Things: ein persönlicher Nutzerassistent, die Erfassung und Auswertung von frei zugänglichen Umweltdaten, eine Smart Home Dach-Lösung sowie ein Sprachinterface für vernetzte Geräte.
Wir dürfen also gespannt bleiben, was Mozilla den großen Technologie-Konzernen noch entgegenbringen wird und darauf hoffen, dass das Internet weiterhin frei nutzbar für alle bleibt.

Weiterführende Informationen zu Mozilla:

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Über die Autorin
Deborah Brittner
kümmert sich seit Juli 2014 um den Bereich Marketing und Kommunikation bei netzorange und ist damit auch verantwortlich für die Website und den IT-Blog. Sie versteht es, mit Worten umzugehen und kann ein noch so technisches Produkt verständlich erklären.