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Sechs Computerviren und wie Sie sich davor schützen können

Wären Computerviren schädlich für die menschliche Gesundheit, hätte sich die Weltbevölkerung innerhalb der letzten 30 Jahre ziemlich sicher drastisch reduziert. Viren am Computer sind auch 32 Jahre nach ihrer „Erfindung“ durch den US-Amerikaner Fred Cohen immer noch der Worst Case für den durchschnittlichen PC-Nutzer und fordern jährlich Milliarden „Opfer“. Die Bezeichnung „Viren“ ist den meisten Benutzern bekannt; was dieser eigentlich in der Biologie verankerte Begriff genau beschreibt, ist der Mehrheit aber fremd. Hier erfahren Sie, welche Arten von Viren es gibt und wie Sie sich davor schützen können.

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PC-Viren – (leider) ein Erfolgskonzept

1983 erstellte Fred Cohen, heute ein renommierter Forscher und Professor im Bereich IT-Sicherheit, im Rahmen seiner Doktorarbeit ein Programm, das andere Anwendungen infizieren, verändern und sich im Anschluss darüber verbreiten konnte. Der Computervirus war geboren. Sein Siegeszug hält bis heute an, da sich seine ursprünglichen Eigenschaften vom Grunde her nicht verändert haben und PC-Viren, ähnlich wie ihre biologischen Artgenossen, ständig ihre Fassade verändern, was die Entwicklung eines „Heilmittels“ nahezu unmöglich macht.

Insgesamt gibt es sechs grobe Überkategorien von Viren, deren Übergänge fließend sind und deren Eigenschaften oftmals auch in Kombination auftreten. Die exakte Charakterisierung eines Virus ist demnach kaum zu leisten.

Der Bootsektorvirus verhindert das Starten des Computers

Der älteste Virus ist der sogenannte Bootsektorvirus. Er kam zu seinem Namen, da er sich auf dem Bootsektor einnistet – der Teil der Festplatte, auf dem sich das Programm zum Starten des PCs befindet – und diesen so verändert, dass der PC nicht mehr hochfährt. Der Bootsektorvirus war vor allem in den 1980er und 1990er Jahren sehr verbreitet und wurde meist durch Disketten übertragen, die zu dieser Zeit die gängigen Wechseldatenträger waren.

Trojaner – ihre Tarnung führt den Nutzer in die Irre

Bootsektorviren sind der heutigen PC-Nutzer-Generation sicherlich weit weniger bekannt als Trojaner, die sich nach außen hin als scheinbar harmlose Programme tarnen. Sie ermöglichen Unbefugten Zugriff auf einen Rechner über das Internet, die dort dann häufig großen Schaden anrichten und persönliche Daten ausspähen können. Oftmals werden Trojaner von Hackern in Form von Spam verschickt. Letztes Jahr kursierten Spammails, die sich als Rechnung der Telekom tarnten und in deren vermeintlichem Rechnungsanhang sich der Trojaner verbarg. Wenn der Empfänger der Mail den Anhang öffnete, konnte sich der Virus automatisch einnisten.

Scriptviren, die Gefahr in Internetbrowsern

Scriptviren befallen, wie der Name es vermuten lässt, Skripte, die z.B. in vielen Internetseiten eingebaut sind. Sie sind in einer gängigen Programmiersprache wie Javascript oder Virtual-Basic-Script (VBS) geschrieben und werden so von Internetbrowsern verstanden. Die Browser führen die Virenskripte aus, wodurch der PC infiziert wird. Die Fähigkeiten von VBS-Viren reichen vom automatischen E-Mail-Versand bis hin zur automatischen Löschung und Manipulation von Dateinamen.

Programmvirus: Vorsicht beim Herunterladen aus dem Internet!

Während Scriptviren im Internet ihren Wirt finden, benötigen Programmviren Programme, um ihre schädliche Wirkung zu entfalten. Ähnlich wie bei den Trojanern werden sie aktiviert, wenn infizierte Programme oder Dateien ausgeführt werden. Die Gefahr, sich mit Programmviren zu infizieren ist besonders groß, wenn man unbekannte Dateien oder Programme aus dem Internet herunterlädt.

Makroviren verstecken sich in Dateien und werden beim Öffnen aktiv

Auch Makroviren benötigen einen Wirt, um sich in PCs einnisten zu können. Sie sind ausschließlich in Word- oder Excel-Dateien versteckt und werden beim Öffnen dieser automatisch gestartet. Auch hier kann die Verbreitung über E-Mails oder Downloads aus dem Internet erfolgen.

Besondere Form: Computerwürmer können sich selbstständig weiterverbreiten

Die Besonderheit von Würmern liegt darin, dass sie sich ohne Hilfe von Benutzern selbstständig weiter verbreiten können. Sie benötigen also im Gegensatz zu den anderen Kategorien keinen Wirt. Das funktioniert klassischerweise in Form von E-Mails, die sich automatisch immer weiter verschicken und die Postfächer von jedem Empfänger infizieren. Der wohl bekannteste Wurm ist der Computerwurm „Loveletter“, der sich im Jahr 2000 explosionsartig per E-Mail rund um die Welt verteilte und einen geschätzten Schaden von 10 Milliarden Dollar anrichtete. Vorrangig zerstörte der Wurm, dessen Betreff „I love you“ lautete, Bilddateien und spähte zudem Passwörter aus.

Der aktuelle Gesundheitszustand der PC-Welt

Die beschriebenen Virenarten kursieren nach wie vor auf den Rechnern dieser Welt und verbreiten sich rasant, was durch die zunehmende Digitalisierung noch begünstigt wird. Rund 8,8 Millionen Bürger der BRD hatten laut dem Digitalverband Bitkom schon einen Virus auf dem Rechner, der auch Schaden angerichtet hat.

Philipp Wolf, Executive Vice President der Avira Protection Labs zur aktuellen Bedrohungslage:

Zurzeit sehen wir vermehrt Adware oder sogenannte Potentiell Unerwünschte Anwendungen (PUA). Diese Anwendungen gelangen zumeist über Installationsprogramme „huckepack“ auf die Computer und zeigen dann vermehrt Werbung an, installieren dubiose Browser-Erweiterungen oder ändern die Standard-Suchmaschine, um auf diese Weise eigenen Umsatz zu generieren.

Bei den klassischen Trojanern konnten wir in den letzten Wochen größere E-Mail-Wellen mit dem sogenannten „Yarwi Trojaner“ feststellen, welcher als angebliche Rechnung oder Mahnung getarnt im Postfach landet und durch das Erscheinungsbild der E-Mail durch leichtgläubige Anwender ausgeführt wird. Der Trojaner kann neben dem Nachladen von weiterer Schadsoftware aus dem Internet auch Accounts und Zugangsdaten wie zum Beispiel vom Online Banking ausspionieren.

Der Kunde schützt sich am besten durch ein aktuelles Antivirenprogramm, wie zum Beispiel Avira, sowie durch die regelmäßige Aktualisierung von 3rd Party-Software wie zum Beispiel Java und das regelmäßige Einspielen von Windows Updates.

Grundsätzlich raten wir allen Anwendern, generell skeptisch und vorsichtig mit E-Mail-Anhängen umzugehen, auch wenn diese von vermeintlich bekannten Absendern kommen. Bei der Installation von Programmen sollte unbedingt auf das Kleingedruckte geachtet werden (EULA), und darüber hinaus auch darauf, ob weitere Programme- oder Browser-Erweiterungen installiert werden. Im Normalfall besteht immer die Möglichkeit, diese abzuhaken.

Einen Einblick in weitere, aktuelle Geschehnisse liefert auch immer der Avira Blog unter http://blog.avira.com/de/category/bedrohungen/

Viren sind heute schwer auf den ersten Blick zu erkennen – worauf Sie achten sollten

Ältere Viren zeichneten sich häufig dadurch aus, dass dem befallenen PC keine einzige Reaktion mehr zu entlocken war. In einigen Fällen ließen sich die PCs sogar überhaupt nicht mehr hochfahren. Die Vorgehensweise der Viren hat sich analog zur Entwicklung der Bekämpfungsstrategien dahingehend verändert, dass sie zunehmend versteckt agieren. Deswegen muss man sich für Indizien sensibilisieren, die ein Hinweis auf Virenbefall sein können. Indizien sind z.B. Einschränkungen beim Zugriff des Betriebssystems auf bestimmte Laufwerke oder Datenträger oder ein sehr langsam startender Rechner. Auch eine veränderte Browserseite oder Schwierigkeiten bei der Änderung oder der Speicherung von Dateien können Anzeichen für eine Infizierung sein. Bei aller Sensibilisierung sollte immer das Credo „Vorsicht ist besser als Nachsicht“ gelten. Jeder PC sollte unbedingt mit einem aktuellen Antivirenprogramm ausgestattet sein, da dies die meisten Angriffe auf relativ einfache Weise abwehren kann.

Der beste Schutz – ein gutes Antivirenprogramm

Bei aller Sensibilisierung sollte immer das Credo „Vorsicht ist besser als Nachsicht“ gelten. Jeder PC sollte unbedingt mit einem aktuellen Antivirenprogramm ausgestattet sein, da dies die meisten Angriffe auf relativ einfache Weise zunächst erkennen und dann abwehren kann.  Das unabhängige Virenlabor AV-Comparatives hat zuletzt 2010 ermittelt welche gängigen Antivirenprogramme auf die „Potentiell Unerwünschten Handlungen“ (PUA) reagieren, die laut Avira-Experte Philipp Wolf derzeit die größte Bedrohung für die Computerwelt darstellen.

Haben Sie Bedarf oder Fragen zum Thema Virenschutz und möchten sicher gehen können, dass Ihr PC gut gegen Viren gerüstet ist? Dann rufen Sie uns doch einfach an. Unser Support berät Sie gerne!

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